Die Brennnessel hat einen schlechten Ruf, und der liegt allein an ihrem Brennen. Dabei ist sie eine der nährstoffreichsten Pflanzen, die bei uns wachsen. Wo andere ein Ärgernis sehen, sehe ich Eisen, Eiweiß, Kieselsäure und Vitamine, und das reichlich.
Woran ich sie erkenne
Die Brennnessel steht aufrecht, oft in dichten Beständen an Wegrändern, Zäunen und Komposthaufen. Ihre Blätter sind herzförmig bis länglich, kräftig gezähnt und stehen sich am Stängel paarweise gegenüber. Blätter und Stängel tragen feine Brennhaare. Genau die machen sie unverwechselbar, denn wer sie anfasst, weiß sofort Bescheid.
Wann und wie ich sammle
Ich nehme die jungen Triebe und die oberen Blattpaare im Frühjahr, solange sie zart sind. Mit Handschuhen oder beherzt von unten nach oben gegriffen, dann legen sich die Haare an. Ich sammle abseits von Straßen und gedüngten Feldern. Durch kurzes Überbrühen, Trocknen oder Pürieren verlieren die Haare ihre Wirkung, und die Pflanze lässt sich bedenkenlos essen.
In der Küche
Aus den Blättern wird eine kräftig grüne Suppe, ein Pesto oder ein Zusatz für Aufläufe und Smoothies. Im Risotto, in Quiche, Nudeln, Gnocchi oder als Spinat geben sie eine köstliche Würze. Getrocknet und gemörsert ergeben sie mit etwas Salz ein hervorragendes Wildkräutersalz. Die Samen der weiblichen Pflanzen röste ich im Spätsommer leicht und streue sie über Salate und Müsli, sie sind reich an Proteinen.
Was sie ausmacht
Die Brennnessel gehört seit jeher zu den Pflanzen, mit denen nach dem Winter die erste frische Küche gemacht wurde, wenn der Keller leer war und auf den Feldern noch nichts stand. Als Nahrung ist sie bis heute schwer zu schlagen.
Ein Paar Handschuhe genügt
Beim nächsten Spaziergang lass die Brennnessel am Wegrand einmal nicht links liegen. Ein Paar Handschuhe genügt, und aus dem vermeintlichen Unkraut wird ein Essen. Ich zeige dir bei einer Wanderung, wie du sie ohne Brennen erntest.