Wenn ich von Wildpflanzen spreche, meine ich auch die Bäume. Sie sind die größten Pflanzen, die wir haben, und sie begleiten den Menschen seit jeher mit Holz, Blättern, Frucht, Rinde und Schatten. In meiner Ausbildung nehmen die Bäume einen festen Platz ein.
Die Knospen im Frühjahr
Im zeitigen Frühjahr, wenn die Knospen schwellen, steckt in ihnen die ganze Kraft des kommenden Jahres. Aus den Knospen von Bäumen und Sträuchern werden Auszüge gewonnen, ein eigenes Feld, das man Gemmotherapie nennt. Darüber schreibe ich an anderer Stelle mehr.
Blätter, Blüten und Rinde
Jeder Baum hat seine eigene Gabe. Die Lindenblüte ist ein altbewährter Tee für kalte Tage, das junge Birkenblatt hat seine Tradition, und die Blätter und Nadeln mancher Bäume lassen sich sogar essen, solange sie ganz jung sind. Ich sammle immer nur wenig und niemals so, dass der Baum Schaden nimmt.
Mehr als Inhaltsstoffe
Bei den Bäumen geht es mir nicht nur um Inhaltsstoffe. Unter einem alten Baum zu stehen, tut etwas mit einem, das sich schwer messen lässt. Diese ruhige Wirkung des Waldes ist für mich ein Teil der Heilkraft der Bäume, ganz ohne Versprechen.
Achtsam sammeln
Ein Baum ist kein Beet. Ich frage mich vor jeder Ernte, ob das, was ich nehme, ihm etwas nimmt. Ein paar Knospen, ein paar Blätter, mehr braucht es nicht. Und ich vergewissere mich, dass ich den Baum sicher bestimmt habe, denn es gibt auch giftige Bäume.
Nimm dir Zeit für einen einzigen Baum
Nimm dir bei deinem nächsten Waldgang Zeit für einen einzigen Baum. Schau dir Rinde, Knospen und Blätter genau an. In der Ausbildung widmen wir den Bäumen ganze Tage.