Kaum ein Blümchen leuchtet so warm wie die Ringelblume. In den alten Bauerngärten stand sie fast immer, weniger zur Zierde als für die Hausapotheke. Ich ziehe sie bis heute, weil sie anspruchslos ist, den ganzen Sommer blüht und sich schön verarbeiten lässt.
Woran ich sie erkenne
Die Ringelblume, botanisch Calendula, wird knapp kniehoch. Sie trägt leuchtend orange bis gelbe Korbblüten und leicht klebrige, weich behaarte Blätter mit einem eigenen, harzigen Duft. Ihren Namen hat sie von den gebogenen, geringelten Samen, die im Herbst reifen. Verwechseln lässt sie sich kaum.
Wann und wie ich sammle
Ich pflücke die voll geöffneten Blütenköpfe an einem trockenen, sonnigen Vormittag, am besten fortlaufend über den Sommer, denn regelmäßiges Ernten hält sie am Blühen. Die gesamte Blüte trockne ich luftig im Schatten für Tee und die Naturapotheke. Für die Küche verwende ich die abgezupften Blütenblätter.
In Küche und Naturapotheke
Die Blütenblätter färben Suppen, Reis und Butter gelb und werden darum auch Safran der armen Leute genannt. Ihre eigentliche Tradition liegt aber in der Hautpflege: Aus den Blüten setze ich ein Öl an und rühre daraus eine Salbe, wie es die Bäuerinnen seit jeher gemacht haben. Wie das geht, steht gleich hier unten, es braucht wirklich nicht mehr als ein sauberes Glas und Geduld.
Ein pflegendes Ringelblumenöl
Trockene Blütenblätter in ein sauberes Glas geben, mit einem Bio-Pflanzenöl bedecken und vier Wochen warm und hell ziehen lassen, dann abseihen. Wichtig ist, dass die Blüten wirklich trocken sind, sonst schimmelt der Ansatz. Aus dem Öl wird mit etwas Bienenwachs eine Salbe.
Platz findet sich immer
Ein paar Ringelblumen finden in jedem Garten und sogar im Balkonkasten Platz. Wer sie einmal zu Öl angesetzt hat, mag sie nicht mehr missen. Im Workshop zur Naturapotheke rühren wir die Salbe gemeinsam.