Die Schafgarbe steht auf fast jeder Wiese, und die meisten laufen an ihr vorbei. Mir fällt sie zuerst wegen ihrer Blätter auf, die so fein gefiedert sind, dass man sie für kleine Federn halten könnte. Sie ist zäh und anspruchslos, und nutzen lässt sie sich auf vielerlei Art.
Woran ich sie erkenne
Die Blätter der Schafgarbe sind länglich und mehrfach fein gefiedert, weshalb man sie auch Tausendblatt oder Augenbraue der Venus nennt. Aus der Rosette steigt ein fester, kantiger Stängel auf, der oben eine flache Dolde aus vielen kleinen weißen bis zart rosa Blüten trägt. Zwischen den Fingern zerrieben riecht sie würzig und leicht herb.
Wann und wo ich sammle
Das blühende Kraut sammle ich im Sommer an einem trockenen Vormittag, abseits von Straßen und gedüngten Flächen. Ich nehme die oberen Triebe mit Blättern und Blüten. Ein Hinweis: Bei empfindlichen Menschen kann der Kontakt mit der Pflanze in der Sonne die Haut reizen, deshalb gehe ich achtsam damit um.
In der Küche und Naturapotheke
Junge Blätter geben in kleiner Menge eine würzige, leicht bittere Note in Salat, Quark oder Kräutersalz. In der Naturapotheke hat die Schafgarbe eine lange Tradition, vor allem als Tee und als Frauenkraut. Ich gebe weiter, was überliefert ist, und lasse es dabei bewenden. Am besten lernt man so eine Pflanze ohnehin in Ruhe selbst kennen.
Was sie ausmacht
Die Schafgarbe verbindet sanfte Bitterkeit mit einem würzigen Aroma und ist dabei robust wie kaum eine zweite Wiesenpflanze. Ihr lateinischer Name Achillea verweist auf den Helden Achilles, dem sie schon in alten Geschichten als Wundkraut zur Seite stand.
Einmal erkannt, überall gesehen
Schau bei deinem nächsten Wiesengang nach den fein gefiederten Blättern. Hast du sie einmal erkannt, siehst du die Schafgarbe überall. Bei einer Wanderung stelle ich sie dir und ihre Nachbarn genauer vor.