Als Kind habe ich meiner Mutter Gänseblümchen auf den Butterbrotteller gelegt. Heute weiß ich, dass Blüten viel mehr sind als Zierde. Sie bringen Farbe, Duft und feine Geschmacksnoten in die Küche, und die meisten wachsen direkt vor der Tür.
Welche Blüten ich sammle
Am Anfang steht das Gänseblümchen, mild und das ganze Jahr über zu finden. Im Frühling kommen die Duftveilchen dazu, süß und zart, und die gelben Blütenblätter des Löwenzahns, die an Honig erinnern. Im Frühsommer sammle ich Holunderblüten und Taubnesseln, später Rotklee, Schafgarbe und die Blüten der Wilden Malve. Aus dem Garten hole ich mir Ringelblume, Kapuzinerkresse, Borretsch, Begonien, Rosenblüten, Phlox, Gladiolen, Hibiskus, Primeln, Nelken, Astern, Stiefmütterchen, Taglilien, Lavendel, Indianernessel, Salbei, Ysop, Dahlien und Kürbisblüten. Welche Blüte gerade dran ist, sagt mir die Jahreszeit.
In der Küche
Ein paar Blüten machen aus einem grünen Salat ein kleines Fest fürs Auge. Ich streue sie über Quark und Suppen, rühre sie in Butter oder friere sie in Eiswürfeln ein. Aus Holunderblüten koche ich Sirup und backe Küchlein. Gänseblümchen und Veilchen kandiere ich für den Kuchen. Und wer mag, reibt Blütenblätter mit Zucker oder Salz zu farbigem Blütenzucker oder Würzsalz.
Worauf ich achte
Ich sammle nur, was ich sicher bestimmen kann. Nicht alles, was schön blüht, ist essbar, manche Garten- und Wiesenpflanzen sind giftig. Ich pflücke abseits von Straßen und Hundewegen, an einem trockenen Vormittag, und lasse den größten Teil für die Bienen und Hummeln stehen. Wer zu Pollenallergie neigt, tastet sich vorsichtig heran. Eine Heilwirkung verspreche ich nicht, hier geht es um Farbe, Duft und Geschmack.
Fang mit dem Gänseblümchen an
Fang mit einer Blüte an, die du sicher kennst, am besten dem Gänseblümchen. Hast du erst ein Auge dafür, blüht dir die ganze Wiese entgegen. Bei einer Wanderung zeige ich dir, welche Blüten sich lohnen und welche du besser stehen lässt.