Superfood muss nicht aus Übersee kommen. Was hier an Waldrand und Hecke wächst, steckt voller Vitamine und Antioxidantien und wurde in den Küchen der Großmütter längst genutzt, bevor das Wort erfunden war. Drei heimische Früchte begleiten mich durch den Winter.
Was ich mit Superfood meine
Nichts Exotisches, sondern reife Früchte aus der Nachbarschaft, die reich an Vitaminen sind und sich gut aufbewahren lassen. Kein Wundermittel, sondern gutes Essen zur richtigen Zeit.
Die Hagebutte
Die Frucht der Wildrose reift im Spätherbst, oft erst nach dem ersten Frost. Sie gilt als eine der Vitamin-C-reichsten Früchte bei uns, mit rund 1.250 mg pro 100 g übertrifft sie Zitrusfrüchte um ein Vielfaches. In der Volksheilkunde wird sie traditionell als Stärkung für die Abwehrkräfte geschätzt. Hagebuttenpulver wird ohne Erhitzung hergestellt, dadurch bleibt mehr vom Vitamin C erhalten. Ich koche aus dem Fruchtfleisch ein Mus oder einen Tee. Wichtig ist, die Kerne und die feinen Härchen im Inneren zu entfernen, denn die kennt mancher noch als Juckpulver.
Der Holunder
Die schwarzen Holunderbeeren ernte ich im Herbst. Roh sind sie giftig, deshalb erhitze ich sie immer, zu Suppe, Saft oder Gelee. Gekocht sind sie ein traditioneller Winterbegleiter und reich an Vitamin C. Mehr zum Holunder steht in seinem eigenen Porträt.
Die Heidelbeere
Die kleine Wald-Heidelbeere ist innen blau gefärbt, anders als die großen Kulturbeeren. Diese Farbstoffe machen sie so wertvoll, sie enthalten besonders viele Antioxidantien. Ich esse sie frisch, trockne sie oder koche ein Kompott. Wer auf Nummer sicher gehen will, erhitzt bodennah gesammelte Beeren vor dem Verzehr.
Worauf ich achte
Ich bestimme jede Frucht sicher und sammle abseits von Straßen. Holunderbeeren kommen nie roh auf den Teller. Vitamin C ist hitzeempfindlich, deshalb koche ich schonend und nicht länger als nötig. Und ich bleibe ehrlich: Ich behaupte nicht, dass diese Früchte vor Krankheit schützen. Sie sind nährstoffreiche, wohltuende Begleiter durch die kalte Jahreszeit, mehr verspreche ich nicht.
Ein Vorrat für den Winter
Leg dir im Herbst einen kleinen Vorrat an, ein Glas Hagebuttenmus, etwas Holundersaft, ein paar getrocknete Heidelbeeren. So hast du ein Stück Spätsommer im Winter auf dem Löffel.